Frohe Weihnachten unter Palmen

Dienstag, 25.12.2012

Wir haben Goa erreicht und schwelgen im Paradies Cool Bald gibt es genaueres zu berichten....

Kurzer Aufenthalt in Delhi und Faridabad

Freitag, 21.12.2012

Nach der Ankunft in Delhi charterten wir eine Rikscha und ließen uns nach Paharganj fahren. Dort verbrachten wir ja die erste Woche und kennen uns schon etwas aus. Anstatt im Unique Hotel stiegen wir im Smileys Inn ab, da dort Wifi vorhanden ist. Benji duschte und ich ging noch kurz Getränke kaufen. Prompt lief ich Momohashin in die Arme. Er freute sich mich wieder zu sehen und orderte gleich 2 Chai für die ich 20 Rupien locker machen sollte. Während wir warteten fragte ich ihn, wo sein Kompagnon Mohaman sei und das ich ihn gerne sehen möchte. Momohashin erleichterte mich um weitere 10 Rupien und bestellte einen weiteren Chai um mich dann zu Mohaman zu führen. Wir rauchten jeder eine Zigarette und unterhielten uns soweit unser Vokabular zuließ. Momohashin verschwand für kurze Zeit um dann mit einem Tablett und drei Tassen Chai wieder aufzukreuzen. Mohaman strahlte und erklärte mir, dies sei eine Einladung zum Tee unter Freunden. Ich grinste wohlwissend, dass ich den Tee bezahlt hatte und antwortete nur mit: “Indeed”!

Im Hotel kämpften wir später mit dem ollen Wifi. In Amritsar im Hotel lief alles prima. Hier war der Router mal an, mal aus. Nervtötend.  Der nette Deepak, den wir im Zug kennen lernen durften schrieb mehrere Sms aus Sorge uns sei etwas passiert, weil wir ihm nicht geantwortet hatten. Wir hatten zwar eine Antwort-Sms geschrieben, jedoch klappt das übermitteln in Paharganj nicht wirklich zeitnah. So schrieb ich ihm von meinem deutschen Handy eine Beruhigungs-Sms. Wenn wir aus Goa und Kerala zurück sind, versuchen wir ihn nochmals zu treffen um sein Angebot mit einer Führung durch das Indische Parlament anzunehmen. Aber hier kann man ja eh nicht richtig planen.

 

Am nächsten Tag machten wir uns auf nach Faridabad und wurden sogleich von Auntie in Empfang genommen. Ganz verzückt schaute sie sich unsere Bilder an und schüttelte den Kopf für den ausgehandelten Preis meiner Kurta. Von ein paar Bildern von Punnu möchte sie Abzüge und ich musste ihr hoch und heilig versprechen ihr welche zu machen. Diese Idee hatten wir ohnehin schon selber und nun müssen wir demnächst einen Copyshop suchen. 

Abends rief Jitu (IchkannmirseinenNamenjetztmerken!) an. Er kam auch sogleich und wir kauften noch etwas zu trinken und zu knabbern und machten es uns im Zimmer gemütlich. Wir haben strikte Anweisung von Vikas niemanden ins Zimmer zu lassen. Jitu ist die einzige Ausnahme. Verständlich, denn er ist wirklich ein sehr netter, intelligenter Zeigenosse. Sein Lieblingsfach in der Schule war Geschichte und davon profitiere ich in unseren Unterhaltungen. Er gibt mir immer wieder einen guten Einblich ins Indische Weltgeschehen.

Am nächsten Tag gingen wir mit ihm gemeinsam zu einem Travelbüro um Zugtickets nach Goa zu buchen. So einfach ist das nicht, da in Goa “Spitzensaison” ist. So mussten wir zunächst eine saftige Bearbeitungsgebühr zahlen und eine Kopie des Passports abgeben. Heute morgen brachten wir noch ein ID-Dokument von Vikas im Travelshop vorbei und sollen heute abend wieder vorbeischauen. Noch nix fest aber man macht uns Hoffnung Weihnachten unter Palmen zu verbringen. Nächste Schwierigkeit ist die Unterkunft. Für 22. Dezember könnten wir sofort was buchen. Für Heilig Abend gibt’s nur richtig teure Unterkünfte. Eventuell gibt es da noch einen Onkel von Vikas der in Goa lebt. Wir sind ja offen für alles. Auch bei der Buchung der Tickets erklärte ich Jitu, dass wir nicht unbedingt wert auf Luxus legen. Hauptsache wir sind dort unten und können in der Sonne und im Ozean baden. Da die Zeit knapp sein wird, planen wir dann noch Kerala zu besuchen um dann von dort ca. am 7. Januar Richtung Jaiipur und Ranthambore Wildlife Nationalpark aufzubrechen.

Mein Kumpel aus Pfalzgrafenweiler, Martin Dölker, hat mich und einen gewissen Satish Jain via facebook miteinander bekannt gemacht. Martin war im Oktober in Indien und hatte mir bereits vor Monaten von der Tigersafari vorgeschwärmt.Vielleicht klappt das ja auch noch nach unserem Trip in den Süden, weil Vikas uns ja noch einen Platz in Rajasthan zeigen möchte. Wir haben zwar noch fast 4 Wochen Indien vor uns, jedoch merken wir, dass es so langsam knapp mit der Zeit wird. Die Zeit läuft hier anders. Einerseits verrinnt ein Tag rasend schnell, auf der anderen Seite ist es oft zeitraubend und langsam irgendetwas zu erreichen.

 

Viel ist seither nicht mehr passiert. Auffallend ist, dass die Inder uns nicht mehr so oft ansprechen, seit ich meine Kurta trage…. Seltsam aber angenehm. Kesu haben wir vorhin getroffen und waren beide gestresst von seiner Art die er heute an den Tag gelegt hat. Kommt hier her, macht dies, macht das. Genervt von ihm sagte ich ihm , dass ich nicht sein Hund sei…. Das fand er dann lustig. Zu seinem Glück wurde er dann abgeholt um zur Arbeit zu kommen. Sonst hätte ich bestimmt andere Wörter gefunden um ihm die Schranken aufzuweisen.

Gegen Abend trafen wir wieder Jitu (IchkannmirseinenNamenjetztmerken) und bezahlten die 3 Tickets nach Goa. Am 21. Dezember um 15:05 fährt er in Delhi Nizamuddin los und nach ca. 36 Stunden werden wir Goa Madgaon ca. um 6 Uhr morgens erreichen. Für 23. Dezember konnten wir ein Zimmer vorbuchen. Für Heilig Abend planen wir eventuell weiter nach Mangalore zu traveln. Die Preise für Zimmer in Goa sind unbeschreiblich hoch. Da macht es Sinn noch eine Tour von ca. 6 Stunden auf uns zu nehmen….

Da wir wahrscheinlich unterwegs kein Internet zur Verfügung haben werden, werden wir wohl für die nächsten 2-3 Tage nichts von uns hören lassen. Daher wünschen wir Euch allen eine frohe und besinnliche Weihnacht!

Goldener Tempel und Hoch die Füße an der Grenze

Dienstag, 18.12.2012


Unser nächstes Ziel auf dem noch nie vorhandenen Plan war Amritsar. Dort gibt es den goldenen Tempel zu besichtigen. Außerdem war er 1984 von einer separatistischen Bewegung besetzt worden um ein unabhängiges  Punjab zu erkämpfen. Die Präsidentin ordnete an den Tempel mit Gewalt zu stürmen. Der Tempel ist für die Sikh ähnlich heilig wie für Christen der Petersdom. Daher wurde ihre Entscheidung von vielen Sikh missbilligt und die Leibgarde Indira Ghandis tötete die Präsidentin letztendlich. Aber diesen historischen Abstecher habe ich glaube ich bereits mehrfach erwähnt…..

In Chandighar hatten wir noch den ganzen Tag vor uns, da der Zug den Nitin für uns buchen wollte, erst gegen 19 Uhr fahren sollte. Essen gab es ausnahmsweile mal beim Italiener Pomodoro. Gar nicht mal so übel. Bei Sector 17 ist die Shoppingmeile und wo wir umherliefen und Ausschau nach Souvenirs hielten. Auf dem Marktplatz steuerte ein alter Sikh geradewegs auf uns zu. Benji war zu Beginn ebenso wie ich sehr skeptisch. Er erklärte mir anhand von Zeitungsausschnitten, dass er Narinder Singh heisse und so etwas wie der selbsternannte Schutzpatron für Foreigner sei. Stolz erzählte er uns dass er 1936 geboren sei und seit 1958 in Chandigar leben würde. Er entführte uns in ein Büro und bot uns Tee an. Ablehnen gilt bei Indern. Wir tauschten Emailadressen und er schrieb uns zusätzlich noch eine Empfehlung an den Sikh-Guru, so dass wir die Möglichkeit gehabt hätten, im Nebenraum des Gurus zu übernachten. Da wir online ein Zimmer bereits gebucht hatten ließen wir das Pilgerzimmer beim Guru aber außer Acht. Zum Abschied machten wir noch Fotos und er schenkte Benji ein Stück Stoff und mir die auf dem Foto präsentierte Banane. Zurück am Marktplatz wurden wir belagert von tausenden Sonnenbrillenfeilbietenden Nervensägen. Entnervt erklärte ich jedem hundertsten der wievielte er denn nun sei. Selbst auf einer Sitzbank sitzend konnten wir nicht zur Ruhe kommen ohne angesprochen zu werden.                                                                                                                                                                                                                                                                                    

   NNarinder Singh bei der Ausübung seines Hobbies Stoff und Banane Der alte Mann und Mehr erzählen ....Unser bunter ZugBenji, Sunja und NitinDer goldene Tempel Gedränge während des Gebets  Benji, Sunja und NitinAnstehen aufeinander zugehen keine Angst Seekrank wurde man nicht nach dem Tempelbesuch die Oblate der Sikh - süßer Brei                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                    In Chandighar ist es, wie in vielen indischen Städten, verboten an öffentlichen Plätzen zu rauchen. So liefen wir an den Rand eines Parks in eine entlegene Ecke mit Blick auf einen nicht genutzten Fussballplatz. Verstohlen zündeten wir uns eine an ohne aber unentdeckt zu bleiben. Etliche Augenpaare beobachteten uns und wir beeilten uns, dass wir nicht noch Strafe zahlen müssten. Dann setzten wir uns in den Park um noch etwas Zeit totzuschlagen. Plötzlich stand ein sehr alter Mann in Lumpen gekleidet vor uns. Der graue Star an seinem rechten Auge war schon weit fortgeschritten, sein rechtes, braunes Auge war jedoch gesund und grinste uns freundlich an. Höflich fragte er nach unserer Herkunft und schnell waren wir in ein Gespräch verwickelt und ich forderte ihn auf neben mir Platz zu nehmen. Er erzählte mir eine Menge über Punjab und Haryana. Über gewisse Unterschiede in Reichtum, Bildung und Sprache. Er wurde  immer redseliger und ich fühlte mich etwas an unseren lieben Herrn Schlenker in Offenburg erinnert. Ohne Punkt und Komma begann er nun seine Familiengeschichte mir zu erzählen. Vater in Pakistan geboren, während der Unruhen in Chandighar gelandet und mehrere Söhne und Töchter aufgezogen. Arbeit, Bildung, Arbeit etc. pp. Quasi und so weiter.  Er hätte ewig so weiter machen können. Wir mussten jedoch bald los um den Zug zu bekommen und wir verabschiedeten uns freundlich. Am Bahnhof schaute ich soeben auf unser Hindi-Handy um Nitin anzurufen, da klingelte es bereits. Er war zur gleichen Zeit wie wir am Bahnhof angekommen und hatte noch die nette Sunja dabei. Sie ist eine Teamkollegin von der Arbeit. Es war auch sehr von Vorteil, sie dabei gehabt zu haben, da Frauen einfach Vorteile im Schlangestehen haben. So kämpfte sie sich für uns an den Schalter und füllte das nötige Formular für uns aus. Nitin lehnte alle Versuche von mir ab, mich für seine Hilfe erkenntlich zu zeigen. Die beiden führten uns direkt an unsere Plätze im Zug und wir verabschiedeten uns von den beiden herzlich. Die Fahrt von Chandighar nach Amritsar begann um 18 Uhr 50 und sollte bis 23 Uhr gehen. Onlinebuchung war wegen Serverproblemen nicht möglich, daher der Aufwand mit dem Schlangestehen und daher die Plätze in der besseren Holzklasse. Die Sitze waren sehr eng und neben mir machte sich ein Koloß breit. Im Großraumwaggon herrschte ein lautes Treiben. Am Tisch vor uns wurde emotionsgeladen Siep gespielt. Nebendran schauten drei Sikh-Brüder einen Film auf einem Laptop. An den Stationen liefen immer wieder Chaiwallahs durch den Waggon und ich kaufte mir immer wieder einen Pappbecher Tee für nur 5 Rupien. Mein Kuschelkoloß verließ mich auf halber Strecke und ich war dankbar für den zusätzlichen Platz. Endlich erreichten wir Amritsar. Wir wurden wieder und wieder angestarrt als seien wir die ersten Menschen die gesehen hätten. Einem jungen Inder blieb die Kinnlade unten während die an ihm vorbeilaufende Benji anglotze. Ich, direkt in ihrem Windschatten blieb direkt vor ihm stehen und starrte ihn ebenso dämlich an. Beschämt drehte er sich dann weg und wir wurden mit der Menschenmasse Richtung Ausgang gespült. Dort wurden wir natürlich als die  einzigen Nichtindischen Reisenden von Schleppern und Rikschafahrern umringt und bedrängt. Wir wehrten alle Versuche ab und fragten den schüchtern in einer Ecke des Hofes stehenden Fahrradrikschafahrer nach seinen Diensten. Das gefiel einem kräftig gebauten Motorikschafuzzi nicht und er ließ den Jungen nicht mit uns losfahren. Ruppig nötigte er den Jungen stehen zu bleiben. Tohuwabohu. Ich rief den Dicken mit einem lauten “Hey” zur Ordnung.  Mittlerweile waren wir umringt von einer Meute Rikschafahrer. Bereits auf der Fahrradrikscha sitzend wurden wir Zeuge wie der bullige Rikschafahrer unseren Fahrradjungen nötigte wieder abzusteigen. Man erklärte uns, der Fahrradjunge wäre nicht authorisiert am Bahnhof Kunden einzusammeln. Demonstrativ wedelten sie mir dem Touristenbeförderungsbewilligungsbescheid vor der Nase herum. “ I dont care about your Bureaucratism”, antwortete ich. Benji war mittlerweile abgestiegen und flehte die Deppen an uns in Ruhe zu lassen . Die wiederum baten sie, unbedingt wieder Platz zu nehmen. Noch sitzend war ich mittlerweile im kurzen hitzigen Gespräch mit einem der Englisch sprechenden Rikschadriver. Auch er brachte noch mal das Argument mit der Authorisierung. Dann fragte er mich direkt: “ What are you looking for?”, darauf abzielend, dass ich ihm unser Hotel preis gebe. Gottseidank bin ich mit der Schlagfertigkeit meiner Mutter gesegnet und ich antwortete ausweichend: “I am looking forward to ride this f***ing bike!”, sagte ich grimmig und böse dreinblickend und schlug dabei auf den Sattel der Fahrradrikscha. Das war dann wohl auch das Zauberwort. Sie verzogen sich und ließen uns mit dem jungen Burschen ziehen. Mit der Rikscha ging es dann durch die kühle Nacht von Amritsar. Nach überstandener Berg-und Talfahrt hatten wir mit dem Jungen 30 Rupien vereinbart und hinterließen ihn nach Ankunft nahe des Hotels, völlig ratlos mit 50 Rupien da er kein Wechselgeld hatte und wir weg auch weg wollten, da wir bereits wieder vom nächsten Rudel umringt waren. Das Plus hatte er sich durch den Stress unserewegen verdient. Wir erfragten den Weg in unser Hotel, welches tatsächlich nur einen Steinwurf vom Goldenen Tempel zu finden ist. Im Hotel Grace wartete man bereits auf uns und nach den Förmlichkeiten mit Pass und Bezahlung konnten wir auf unser Zimmer. Am nächsten Morgen schliefen wir bis 10 Uhr.  Den Kampf durch das bunte Gewusel schafften wir auch und wir machten während unserer Suche nach Kaffee eine Vorreservierung für ein Taxi, dass uns zur Wagah-Attari-Grenzschließungszeremonie bringen sollte. Vor dem Café Coffee Day rauchten wir noch eine und bestellten drinnen Kaffee und Kuchen zum Frühstück. Neben uns saß ein weiteres Pärchen und bald stellte sich heraus, das es sich um Deutsche aus dem Raum Nürnberg handelt. Tobi und Kathrin heissen die beiden. Kathrin ist schon mehrere Monate in Indien und studiert BWL an der Uni von Bangalore im Süden. Tobi ist für 3 Wochen hier und besucht Kathrin. Wir erzählten uns unsere jeweiligen Erlebnisse und hatten recht schnell einen guten Draht zueinander. Kathrin erzählte uns von einer Party im Mumbai zu der sie geladen war und dort das who is who Bollywoods kennen lernte. Natürlich erkannte sie die wenigsten als Stars, erkannte aber später in einer gekauften GQ-Zeitschrift ein paar Gesichter wieder mit denen sie gefeiert hatte. Ein weiterer späterer Besuch in dem Nobelclub endete für sie auf einer Polizeiwache, da sie in eine Razzia geraten war. Im TV wurden völlig falsche Tatsachen widergespiegelt. So hieß es, ein Menschenhändlerring wäre hops genommen worden. Wer weiss, vielleicht brauchte die Polizei Mumbais eine positive PR und kreierte diese mit der Razzia. Auf jeden Fall ne krasse Story JWeil wir uns mit Tobi und Kathrin so gut verstanden, verzichteten wir auf  den Besuch der Grenze und verschoben den Trip auf den nächsten Tag. Stattdessen besuchten wir mit den beiden Franken den Goldenen Tempel. Hier machte sich unsere Erfahrung aus dem Gurudwara Bangla Sahib zum Vorteil und wir waren auch bald barfuss auf dem heiligen Boden. Unglaublich, dass dieses Gebäude vor über 200 Jahren bereits erbaut wurde. Der Tempel wurde von einem Herrscher nach Wiedereroberung der Stadt mit Gold überzogen und für jeden Sikh gilt es einmal  im Leben den Tempel besucht zu haben. Während des Schlangestehens um in das innere des Tempels zu kommen lief rhythmische Musik mit einem Gebet vermutlich vom Band. Viele der Gläubigen sangen bzw. beteten mit und man konnten die Spiritualität förmlich spüren. Im inneren saß der Guru und schaute etwas grimmig drein. Schnell waren wir auch wieder draußen und machten noch ein paar Fotos. Auch hier ist ein großes Wasserbassin worin viele Pilger ein heiliges Bad nehmen. Im Wasser schwimmen auch hier viele große Karpfen umher. Befürchten müssen sie nichts, da die Sikh sich fast ausschließlich Vegetarisch ernähren. Nach Besuch des Tempels gingen wir in eine große Halle wo man am Eingang einen großem Metallteller in die Hand gedrückt bekommt. Ein netter junger Inder sprach mich an und half uns uns zurechtzufinden. Man bekam von Freiwillgen Chapati gereicht und von anderen Helfern Dal und Kichererbsen auf den Teller geklackst. Eine Schale mit einer Art süßem Milchreis gab es auch. Benji wurde von einer alten Frau in Punjabi angesprochen und verstand natürlich kein Wort. Der Dame schien dies nichts auszumachen und sie erzählte munter drauflos. Während des Essens unterhielt ich mich mit unserem Helfer und er erzählte stolz, dass er und sein Kumpel Fahrradfahrer seien und auch Rennen fahren würden. Er bekam große Augen, als ich ihm erzählte, dass ich in Grenznähe zu Frankreich leben würde und das durch Goldscheuer, wo ich damals lebte, die Tour de France durchgeführt hatte. Schnell hatten wir Emailadresse und Name für facebook ausgetauscht, da mussten wir auch wieder los, da Kathrin und Tobi im Begriff waren zu gehen. In der Hektik vergaß ich meine Tasche und merkte das nicht einmal. Am Ausgang wurde ich plötzlich von meinem neuen facebookfreund angehalten und er führte mich zurück in die Essenshalle. Dort saß sein Kumpel noch und bewachte meine unangerührte Tasche. Mal wieder mehr Glück als Vestand gehabt…. Im Café Coffee Day tranken wir noch einen letzten Kaffee mit den Beiden und verabschiedeten uns. Die beiden machten in ihrem Hotel eine Reservierung für den nächsten Tag für uns in ihrem Hotel, da laut lonely planet die Tour zur Grenze vom Hotel Grand empfohlen wird.  Die beiden fuhren am selben Abend schon wieder los nach Delhi und wir skypten in unserem Hotel mit der Heimat. Das Wifi in unserem Hotel Grace lief richtig super und ich konnte mir sogar noch ein paar kostenlose Spiel für mein Handy runterladen. So wird die 8stündige Fahrt nach Delhi nicht langweilig. 

Der letzte Tag in Amritsar brach an und wir waren früh wach, da wir vor 12 unsere Wagahtour im Hotel zahlen sollten. Rechtzeitig schafften wir es dorthin, hatten jedoch nicht genügend Geld am Start, da alle 4 getesteten Banken am Bahnhof nix auszahlten. 4x0= 0 sozusagen. Dank des guten Rates vom Rezeptionisten fanden wir eine weitere Bank um die Ecke und waren auch in der Lage zu zahlen. Im nebenanliegenden Hotel aßen wir noch lecker Chickencurry und Käsespiesse mit Reis. Weil wir noch über 2 Stunden bis zur Tour an die indo-pakistanische Grenze hatten fragten wir den netten alten Fahrradrikschafahrer wo er den sein Outfit herhabe. Sofort fuhr er mit uns in ein Stoffgeschäft namens Raj Exklusive . Dort wurden wir nett empfangen und mir wurden Maße genommen für meine Kurta. Das Gewand gleicht einem Hemd, dass aber fast bis zum Knie getragen wird und einer dazupassenden Hose. Das verhandlungsgeschick der Inder sucht seinesgleichen und statt einer Kurta wurden mir nun 2 Kurta geschneidert. Da wir jedoch “less of time” waren, konnten wir die Ware erst nach der Tour abholen. Die Tour startete um ca. 15 Uhr und wir fanden uns in einem Toyotakombi wieder. Neben dem Fahrer saß ein Engländer so um die Fünzig und hinter uns ein französisches Paar. Multikultieuropäisches Joint Venture quasi. Mit dem Engländer geriet ich schnell ins Gespräch und hatte Mühe seinen Londonakzent zu folgen. So sprach Prime Minister zum Beispiel wie Promminster aus…. Später wurde ich Zeuge wie ein Inder ihn auf seine seltsame Aussprache ansprach und grinste still in mich hinein. Mit den Franzosen war das Eis schnell mit einem lächelnden “Vous parlez anglais?!” gebrochen. Die beiden sind aus Toulouse angereist und wollen auch bald wieder nach Delhi um dann den Süden zu erkunden. Wer weiss, vielleicht treffen wir sie oder den Engländer in ein paar Wochen am Strand von Goa wieder… wundern würde mich das nicht. Indien ist so voller Überraschungen….  Unser Fahrer setzte uns ab und wir mussten noch ca. 2 Kilometer zu Fuß bewältigen. Nach der Hälfte hatten wir bereits 2 Passkontrollen passiert und wurden nach Geschlechtern getrennt. Im Gänsemarsch musste man in einer Reihe laufen und wenn nicht wurde man sofort von einem grimmigen Armyofficer darauf hingewiesen. “Walk in a single Line!” Ein vermeintlich cleverer Inder wollte die Schlange rennend überholen und wurde von einem reitenden Offizier direkt vor uns gestellt. Er schnitt ihm den Weg ab und befahl dem Schlingel sich ans Ende der Schlange zu begeben. Der Schlingel wollte sich dann bei uns einreihen wurde aber von Pferd und Reiter so bedrängt, dass ihm nichts übrig blieb als mit hängenden Schultern den Weg ans Ende der Schlange zurück zu laufen. Währendessen war Benji mit der Französin auf der anderen Straßenseite in einer Reihe. Diese war natürlich nicht so lang und so blieb Zeit sich zu unterhalten. Die Französin fand alles strange und konnte sich nicht damit anfreunden, von ihrem Gefährten getrennt worden zu sein.. Vive la Emancipation ! Wobei ich sagen muss, dass die indischen Frauen sich nicht wirklich unterdrückt fühlen. Zumindest machen sie nicht den Anschein. Sie schütteln mehr den Kopf über den Usus von Frauen in Saudi-Arabien sich in Burkas zu kleiden. Aber auch die freizügige Mode des Westens können sie nicht so richtig nachvollziehen. Nach weiteren Passkontrollen und mehrfachem Abtasten waren wir endlich an der Grenze. Sagenhaft, wie viele Inder da waren um “ihre” Soldaten bei der Zeremonie anzufeuern. Auf der pakistanischen Seite war nicht so viel los, aber die wenigen gekommenen Pakis versuchten dies mit lautstarkem Anfeuern auszugleichen. Bevor es jedoch losging, konnte man sich in einer Schlange anstellen und durfte dann die indische Flagge bis ans Grenztor tragen und wieder zurück. Mädels trugen die Fahnen oft gemeinsam und rannten zu zweit die ca. 100m lange Strecke. Manche Männer rannten als sei der Teufel hinter ihnen her und andere waren gemächlicher streckten die Brust aber stolz nach vorne. Kurz danach durften viele hinunter und tanzten was das Zeug hält und die Zuschauer klatschten und schrien. Party pur und man konnte den Leuten den Spaß richtig ansehen. Leider hatten wir die 4 GB Speicherkarte im Hotel liegen gelassen und mussten mit den Aufnahmen haushalten. Dann ging es los mit der Zeremonie und zwei weibliche Soldaten machten den Anfang. Sie liefen auf das geschlossene Tor zu und machten synchron einen Stechschritt soweit nach oben, dass man Angst haben musste, die beiden könnten sich zerren. Auch die später folgenden Männer marschierten als seien sie Monty Pythons “Cabinet of Silly  Walks” entflohen. Nach ca. 30 min. war es vorbei und die indische Menge wollte zum Ausgang, wurde jedoch von den Verantwortlichen Wachmännern aufgehalten. Wir Ausländer hatten Vorrang und durften zuerst von unserer Tribüne aus den Ausgang benutzen. Die drängelnde Menge die wir sahen wurde teilweise recht rüde von den Wachmännern in Zaum gehalten. Auf dem Rückweg mussten wir wieder den ganzen Verkäufern ausweichen. Ihr Produkt waren DVDs der Zeremonie, die aber kaum jemand haben wollte. Zurück in Amritsar ging es noch zum Mata-Tempel. Auf Knien rutschten wir durch enge Gänge oder gingen barfuss durch Wasser das bis zu den Waden reichte. Erst später lasen wir im Tempel, dass die Schutzheilige des Tempels oft von Frauen besucht wird, die einen Kinderwunsch hegen…. Und der Parcours den man im Tempel zurücklegt endet mit der Wiedergeburt sozusagen. Schwer zu erläutern dieser Tempel. Das nächste Ziel der Tour, den goldenen Tempel ließen wir aus und stiegen davor am Hotel wieder aus. Wir verabschiedeten Franzosen und Engländer und begrüßten sogleich den wartenden “Maza“, den Rikschafahrer vom Mittag. Er brachte uns wieder zum Raj Exclusive wo ich dann meine Punjabi-Kurta anprobieren konnte. Wir baten ihn danach noch uns an einen Vineshop zu bringen um zwei Feierabendbier zu kaufen. Danach fuhr er uns ins Hotel und wir freuten uns auf eine warme Dusche. Die war aber nicht möglich. Nur kaltes Naß…. Die Rezeption half auch sogleich und stellte den Strom für den Boiler an. Unsere Tickets für den Zug am nächsten Tag ließen sie mich auch kostenlos ausdrucken. Zu meiner Überraschung waren unsere am Vortag gebuchten Tickets nicht mehr “waitlisted”, das hiesse also, wir müssten frühzeitig am Bahnhof checken, ob für uns noch Platz ist, sondern sind mittlerweile “confirmed”. So konnten wir sicher sein, den nächsten Abend in Delhi oder Faridabad zu verbringen. Das Zugfahren in Indien ist ein Erlebnis für sich. An jeder Station kommen Verkäufer in den Zug und bieten Tee, Süßigkeiten und Essen an. “Kitna kya hai - Was kostet es?” und schon hat man was man will. Zugestiegene diskutieren mit bereits im Waggon sitzenden wegen der Platzreservierung und viele steigen aus um an einer Dhaba etwas zu kaufen. Ich komme soeben von einer Zigarette zurück die ich illegalerweise vor dem Zug geraucht habe. Die seltsamen Blicke hab ich auf mein Aussehen geschoben. Wann sieht man schon einen Europäer im indischen Gewand JDie Züge fahren im Vergleich zu Deutschland recht langsam und so fliegt die Landschaft nicht gar so schnell an einem vorüber. Schön, so kann man auch tagträumend die Landschaft beobachten.  Während der heutigen Zugfahrt haben wir noch einen bemerkenswerten Mann kennengelernt. Deepak ist sein Name und er ist ein super freundlicher Indischer Doppelgänger von Telly Savalas alias Kojak. Er arbeitet für das Verteidigungsministerium in Delhi. Er war ein toller Gesprächspartner während der langen Fahrt nach Delhi und so verging die Zeit wie im Flug. Wir sprachen über Unterschiede und er war sehr neugierig und interessiert über das Leben in Deutschland und erzählte auch von einem Besuch in Japan der ihn beeindruckt hatte. Letztendlich hat er uns noch eingeladen mit ihm das Parlament Indiens zu besichtigen. Sobald wir Zeit haben und mit Vikas über unsere Goapläne gesprochen haben werden wir darauf zurückkommen. Als wir nun in Delhi im Hotel eingecheckt waren hatten wir schon 2 Sms von ihm mit der Bitte ihm Bescheid zu sagen, dass wir gut angekommen seien. Echt nett, der Riesenkerl.

   typisches Bild auf Indiens StraßenDisziplin herrscht.... dsa Grenztor Tanz, Baby, baby, Tanz Panorama und ganz rechts unser Engländer Los gehts mit Anlauf gen Grenztor Die Menge tobt, hier der Anheizer Hindustan Zindabad - Hoch lebe Indien für kurze Zeit ist das Tor offen Scherenschlag eines Soldaten nix los bei den Pakis Rechts der nette Deepak  Guckuck ist ein internationales Spiel

Trip to Chandighar

Donnerstag, 13.12.2012

Nach noch einem weiteren Ruhetag stellten wir den Wecker auf 7 Uhr 30 um noch den Müll rechtzeitig vor die Tür zu stellen. Es bereits nachts rauszustellen ist sinnlos bzw. kontraproduktiv, da man dann alle möglich Tierarten praktisch zum Essen einlädt. Nach überstandener Resteverwertung legten wir uns nochmals eine Stunde aufs Ohr um dann gegen 9 halb zehn wieder aufzustehen…. Heute sollte es ja endlich Richtung Nordwest gen Pakistanische Grenze gehen. Benji ist ja etwas Erkältungsgeplagt, Sari-sei-Dank…. und so schlief sie noch etwas länger während ich auf dem Rooftop meine Frühstückszigarette rauchte und nebenbei mein neu erworbenes John Grisham Buch las. Als wir es endlich geschafft hatten das Zimmer aufzuräumen und den Schlüssel bei Auntie Vikas abzugeben. Der Rikschafahrer verarschte uns und fuhr uns in die entgegen gesetzte Richtung… Als Fremder hat man da nicht mal die Möglichkeit sich zu wehren, da man ja auf die Ortskenntnis eben angewiesen ist. Nun gut, so brauchten wir ne halbe Ewigkeit um endlich die Metrostation Badapur zu erreichen um von dort nach Delhi zu kommen. In Delhi hatten wir uns mit Nitin alias Pepsi verabredet. Er ist ein indischer Freund den wir bereits in Offenburg kennengelernt haben. Er ist also auch ein Mitglied der “Gang of  Dragons”. Er stellte uns mehrere Mädels vor, die mit ihm im Goetheinstitut für Sprachen in Delhi Deutsch lernen. Ihre Deutschkenntnisse sind ähnlich fortgeschritten wie meine Hindikenntnisse, so dass wir zur Kommunikation auf Englisch übersattelten. Die Mädels waren sehr interessiert am Leben in Deutschland und äußerst nett und freundlich zu uns. Im McDonalds frühstückten Benji und ich und die Deutschschüler leisteten uns Gesellschaft. Später verabschiedeten wir uns von allen und Pepsi geleitete uns zum ISBT.

Das ist ein Busbahnhof von wo man in alle Richtungen einen Langstreckenbus buchen kann. Sowas kennen wir in Deutschland nicht…. Deutsche Bahn sei Dank. Die haben ja eine Fernstreckenmonopol, was bis vor kurzem sogar gesetzlich verankert war. Dies hat sich mittlerweile geändert und in ein paar Jahren werden wir in Deutschland wohl auch einen Bus von Offenburg nach Hamburg buchen können…. Ich hoffe die deutschen Busse werden einen höheren Standard an den Tag legen. Ich will nicht meckern denn es war eine ordentliche Fahrt nach Chandighar. Dennoch recht abenteuerlich. So wurden wir zum Beispiel Zeuge wie der Busschaffner auch mal hineindrängende Leute einfach wieder, manchmal sogar recht grob ,auch zu Frauen, hinauswarf. Zu Beginn wurden wir von einem Wasserverkäufer um 10 Rupien abgezockt. Einfache Regel. “Foreigner” bedeutet höherer Preis. Zum Glück saß neben uns ein netter Sikh-Bruder, der kurz vor der Abfahrt des Busses empört dem “Betrüger” hinterherlief und ihm eine Wasserflasche mit ein paar deftigen Worten entreissen konnte. Grinsend drückte er mir die Flasche in die Hand und sagte nur entschuldigend: “It is not right what they do”. Da saßen wir nun im Bus mit einem Haufen ein und aussteigender Inder. Benji fand irgendwann Schlaf und ich Unterhaltung im John Grisham Buch. Nach 4 Stunden gab es endlich eine 20minütige Pause. Vor dem Bus stehend geriet ich in eine Unterhaltung mit einem ca. 24 jährigen Mediendesigner der gerade aus Delhi wieder in seine Heimatstadt fuhr. Er spendiert Benji und mir einen Kaffee und wir waren beide froh für den restlichen gemeinsamen Weg jemanden zum quatschen zu haben. Nun habe ich einen weiteren indischen Facebookfreund. In Chandighar sollten wir dann Nitin anrufen. Nicht Nitin alias Pepsi sondern seinen Namensvetter der in Chandighar auch als Mediendesigner arbeitet. Da unser Hindi-Handy just nach Ankunft nicht funktionierte ließen wir uns auf die auf uns einprasselende Schar an Rikschafahrern ein und fuhren los in Richtung des vom lonely planet vorgeschlagenen Hotels. Noch in der Rikscha rief Nitin uns an und bat uns zurück zum Busbahnhof zu fahren. Wie gesagt so getan und wir hatten schon unsere ersten 100 Rupien für nichts verpulvert. Immerhin telefonierte der Rikschafahrer noch kurz mit Nitin und half uns so wenigstens mit ihm zusammen zu kommen. Nitin wurde von seinem Freund und Kollegen Harshit begleitet und wir saßen zunächst schüchtern beisammen und tranken einen Kaffee. Hab ich schon erwähnt, dass indischer Kaffee nicht wirklich schmeckt? Jedenfalls führten uns die beiden zu ihren Motorrädern und drückten mir einen dritten Helm in die Hand. Da ich mehr auf die Sicherheit meiner Liebsten bedacht bin als auf die Meine gab ich meinen Helm an Jasmin weiter. “No, YOU have to take the helmet!”, erklärte mir Nitin. In Chandighar herrscht wohl ein Gesetz, was besagt, dass Männer, soweit sie keine Sikh sind, einen Helm zu tragen haben. Frauen sind davon ausgeschlossen…. Whatever the F… Schon saßen wir auf dem Sozius und schon ging es los mit einem wilden Ritt durch die Nacht. Harshit hatte uns ein Hotel vorreserviert. Der Preis des Zimmers ist eigentlich über unserem Budget, aber da es erstens spät war und wir zweitens müde und wir drittens seit 2 Wochen auf dem Boden in Vikas Zimmer geschlafen hatten, checkten wir ohne Bedenken ein. Die Info, dass es warmes Wasser rund um die Uhr gäbe zauberte uns ein Lächeln ins müde Gesicht. Noch war aber nichts mit Entspannen. Wir fuhren noch durch die Gegend um für uns ein Bier zu kaufen. Zu später Stunde gar nicht so einfach ein “Bierladen” zu finden. Die Jungs wussten aber wo und nach kurzer Stippvisite in ihrem Heim ging es weiter ins Hotel. Zwischendrin hielten wir noch um ein Reklameschild der hiesigen Armaturenfirma “Kohler” zu fotografieren, da eine gute Freundin von mir sich so mit Nachnamen nennt. Dort bestellten wir uns noch etwas zu essen und Harshit zockte mich im Siep ab. Die beiden verabschiedeten sich und versprachen noch uns Zugtickets nach Amritsar zu buchen. Das Zimmer war die fast 40 € wirklich wert. Allein die Badewanne die wir uns einlaufen ließen war ein Luxus. Bei Vikas wollten wir nicht immer bei Auntie nach der Dusche fragen und so beließen wir es bei Ganzkörperwaschen mit kaltem Wasser….. Das Zimmer war groß, hell mit Stuckverzierungen an der Decke und einer Tür auf den Balkon. Fernshen mit amerikanischen Sendern, Minibar etc. pp. Im lonely planet nicht umsonst lobend erwähnt. Selig schliefen wir ein und schliefen wie auf Wolken. 

Am nächsten Tag wachte ich gen halb zehn auf und ließ meine Liebste schlafen. Ich surfte in der Empfangshalle im Internet und konnte mir mal wieder ein Bild von der deutschen Sportwelt machen. Später lümmelte ich auf dem Balkon herum und machte ein paar Fotos und Videos von der doch so andersartigen indischen Stadt Chandighar. Nathan, der Australier hatte uns nicht zuviel versprochen. Der Architekt “LeCorbusier” hat diese Stadt entworfen. Sie ist im Gegensatz zu vielen anderen indischen Städten sehr sauber und die Sektoren sind in Quadratisch angeordnet. Das indische Mannheim sozusagen. Nur das hier nicht gebabbelt wird sondern gehindit ;-) Chandighar ist die Hauptstadt von den Staaten Haryana und Punjab. Hier gibt es zum Beispiel das hießige Oberlandesgericht. Wir checkten aus und suchten uns eine günstigere Bleibe. Auf dem Weg zum nächsten Hotel fuhr unser Fahrradrikschafahrer beinahe einen “Hans-guck-in-die-Luft-Straßenüberquerer” zu Brei. Die folgende fast 2minütige Auseinandersetzung konnte ich nur mit einem lauten “Shanti” beenden. Beide schauten mich verdutzt an und ließen es bleiben. Gut wenn man weiss was “Frieden” auf Hindi bedeutet. Danach kauften wir in einem Supermarkt ein paar Sachen ein und schafften es noch rechtzeitig zum Hotel Shivalikview. Dort stand schon der Hop on Hop off Doppeldeckerbus Chandighar. Für nur 50 Rupien wird man von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten kutschiert. An den jeweiligen Stationen wurden wir für eine bestimmte Zeit losgelassen um fotografieren zu könnnen. Dann ging es weiter zur nächsten Sehenswürdigkeit. Wir besuchten den Rosengarten welcher über 1500 Rosenarten beherbergt. Weiter ging es ins Government Museum & Art Gallery. Dort werden unter anderem uralte Handarbeiten, Schals und verzierte Wandteppiche, ausgestellt. Auch die ausgestellten Gemälde waren schön. Eines haben wir so fotografiert, dass es unser zukünftiges Wohnzimmer verschönern könnte. Das War Memorial schlug die gesamte Gruppe aus. Wir waren allesamt “geil” auf den Fantasy Rock Garden von Nek Chand. Nek Chand hat hier auf einer erstaunlich grossen Fläche einen Steingarten erschaffen der insbesondere meinem Vater eine Freude machen würde. Überall stehen Skulpturen die aus gesammelten Scherben zusammengeklebt sind. Durch Zufall wurde dieser illegal errichtete Park von einem Vermessungstrupp entdeckt. Eigentlich sollte er geräumt und somit zerstört werden. Glücklicherweise erkannte die lokale Verwaltung ihn als Kulturgut an, so dass nun angeblich täglich mehr als 2000 Besucher das Terrain besichtigen können. Die indischen Mitreisenden waren mit uns einer Meinung. Die 50 Rupien für diesen Bus haben sich tatsächlich gelohnt. Nachdem man mitbekommen hatte das wir aus Deutschland sind griff einer in die Reisetasche und drückte mir ein Dosenbier in die Hand. Das ist doch mal ein nettes Vorurteil JDen folgenden Sukna-Lake bewunderten wir nur kurz da uns die sanitären Einrichtungen zu diesem Zeitpunkt drängend wichtiger waren….”s’hätt pressiert”

Am Ausgangspunkt wieder angekommen machten wir uns auf zurück ins Hotel. Dort bestellten wir lecker Hühnchen mit Garlic Nan und nutzen seither das Wifi auf Biegen und Brechen. Das Skypen mit Johanna und Peter war sehr witzig und mit Benjis Dad konnten wir ne Weile echt gut quatschen. Leider ist das W-Lan hier so zickig wir ein altes Waschweib und die Verbindung bricht immer wieder ab. Mit meinen Eltern hat es leider nicht sollen sein….. Schade, nächstes Mal klappt’s bestimmt besser.

 Morgen geht es um 7 Uhr abends weiter gen Amritsar. Dort werden wir den Goldenen Tempel besuchen und der Grenzzeremonie von Wagah beiwohnen. Hier im Nordwesten ist es im Vergleich recht kalt und wir tragen die Sandalen nun indisch mit Socken. Sieht zwar seltsam aus für meine Begriffe aber egal. Für mich ist es eh Neuland Sandalen zu tragen, von daher kommt es darauf auch nicht mehr an. 

Benji und der Bus Kohler - sie sind überall von rechts Harshit, ich, Nitin und Benji Unser Zimmer nachdem wir eingefallen sind Ein Ambassador, ein indisches Fahrzeug Der Sockenlook Speisekarte HoHo Chandighar Rose Garden Blumen weit und breit auch mit holländischem Bier macht man Deutsche glücklich Arts Gallery

VIP auf Hochzeit und Besuch des Dorfs Shaadipuri und Day after

Dienstag, 11.12.2012

 

Freitag abends wurden wir von Vikas Anruf überrascht. Er teilte uns mit, dass wir uns am Samstag in Rewari treffen würden. Wir mussten früh aufstehen, weil Vikas Eltern mit uns fahren würden. Auf dem Programm stand die Hochzeit von einer von Vikas Cousinen. Wir standen also in aller frühe um viertel nach sechs auf um dann ewig auf den Anruf von Auntie zu warten, das wir herunterkommen könnten zum Tee trinken. Wir warteten bis 9 Uhr um dann einfach so herunter zu gehen. Um halb 11 Uhr gings dann endlich los…. Wir waren aber geduldig und schliefen die halbe Fahrt im Auto während Uncle hupend uns kutschierte und Auntie klatschend und singend nebendran saß.

“Hare Krishna,  Krishna Krishna Krishna hare, hare hare”. Unterstützung hatte sie vom Autoradio so dass wir einen Überblick bekommen konnten, was für Musik die vorherige Generation so hört. In Rewari angekommen wurden wir sehr herzlich begrüsst und von der Nachbarschaft neugierig beäugt. Wir wurden Vikas Onkel vorgestellt und sogleich zum “Huka”rauchen eingeladen. Das ist so eine Art Shisha mit verschiedenen Pfeifentabaksorten. Er war glücklicher als wir dieses Rauchinstrument auspacken zu können. Sogleich konnten wir Eindruck schinden mit unseren Siepkenntnissen. Ich  war schnell in das Kartenspiel mit 3 Indern vertieft während Benji einer bestimmte Hochzeitszeremonie beiwohnen durfte. Die Mutter der Braut, die Braut selbst und die Mutter des Bräutigams vollführten einen wilden Tanz während sie von den anderen Frauen sitzend umringt wurden. Männer waren verboten und der Tanz erinnert an einen neuseeländischen “Haka”, hat mit dem Kriegskampf der Kiwis aber nix zu tun.

Beim Sitcom schauen im Wohnzimmer traf dann endlich Vikas ein. Frisch rasiert strahlte er ebenso wie wir, dass wir uns hier wiedersehen. Sogleich stellte er uns seinen ungefähr gleich alten Cousin Vijay vor. Mit ihm und einem weiteren Kumpel verzogen wir uns erstmal in ein Restaurant und tranken ein Bierchen gemeinsam. Wieder zurück wurden wir wieder Gott und der Welt vorgestellt. Benji wurde plötzlich von Vikas Mom entführt. Über eine Stunde war sie auf und davon während Vikas und ich durch die Gegend stromerten und ich zahlreiche Hände schütteln durfte. Lustig war noch der etwa 2 Jahre alte Sohn von Vijay. Er schaute mich entsetzt mit großen Augen an, als sei ich ein Alien, wie Vikas vermutete. Überhaupt war uns die Aufmerksamkeit aller Gewiß. Die Krönung war dann, als Benji endlich aus dem Frauenzimmer hinaustrat. Wunderschön, ein grünes Sari als Gewand und eine glitzernde Kette um den Hals. So gingen wir dann im gemeinsamen Trupp die Straße 400 m weiter zum Hochzeitsparlour. Ein großes Haus mit großem Vorplatz. Hier war schon das Dj-Pult aufgebaut und die Kinder hüpften und tanzten um die Wette. Ein fremder Bursche fragte mich aus über Deutschland und was denn nun besser sei. Indien oder Deutschland? Meine Antwort, dass das nicht vergleichbar sei verstand er wohl nicht. Auch den Vergleich mit Kartoffeln und Mangos konnte er nicht nachvollziehen. Wir rissen uns von dem Übermaß an Aufmerksamkeit los als dann noch Benji von älteren Herren zum Tanz gebeten wurde. Vikas managte alles wie ein Bodyguard des US-Präsidenten. Um Ruhe zu bekommen verfrachtete er uns einfach nach oben aufs Rooftop. Dort tranken wir in einer schlecht einzusehenden Nische die hereingeschmuggelte Flasche Whiskeycola. Vjiay stieß auch noch hinzu und wir hatten richtig Spaß dabei die Leute unten auf dem Hochzeitsplatz zu beobachten. Für das Feuerwerk hatten wir die besten Plätze. Danach ging es zurück und wir wurden Zeugen einer weiteren Hochzeitszeremonie. Diesmal saßen Bräutigam und Braut nebeneinander. Ihnen Gegenüber ein alter Mann der sie segnet und diverse Ratschläge gibt. Ich weiss nicht. So gut ist mein Hindi nicht. Vielleicht war es ja auch Sanskrit was er sprach… Das Video davon wurde leider im Laufe des Abends versehentlich gelöscht.

Gegen Ende landeten wir wieder bei Jaja dem Onkel von Vikas. Ich ließ mir später erklären, dass alle Onkel einen bestimmten Namen haben. So nennt Vikas ihn Jaja, weil dieser Onkel der jüngere Bruder seines Vaters ist. Wäre er jedoch der ältere Bruder, würde er ihn Dao rufen. Das erinnert mich etwas an Pfalzgrafenweiler, weil mein Freund Brauni auch öfters Dede und Dotte besuchen ging. Jedenfalls war Jaja wieder drauf und dran mit uns Huka zu rauchen. Jedoch war dies nicht in der Absicht von Vikas Mom. Sie unterhielt alle köstlich als “Patronin der Nichtraucher” und wir lehnten dankbar ab die nächste Runde Huka zu frönen.  Als wir unser Nachtlager spät erreichten schlief Benji sofort ein, während Vikas und ich ein Stückchen weiter oben die Sterne beobachteten und uns unterhielten.

Die Nacht war sehr kurz. Vikas Mom weckte uns bereits um 6 Uhr 30. Nach einem schnellen Chai fuhren wir ins Dorf der Familie Jalwal. Das Dorf heisst  Shaadipuri was soviel wie “Hochzeitsdorf” bedeutet. Wir waren es ja bereits gewohnt wie das laufende Taj Mahal beäugt zu werden. Vikas schnappte uns sofort nach der Ankunft und führte uns durch das Dorf. Das Dorf jedenfalls stand Kopf. “Foreigner”. Mit einem Gefolge von bestimmt 20 Kids folgten wir Vikas. Wir liefen hinaus auf einen Feldweg und sahen einen Pfau den Weg kreuzen. Überall verschiedene ungesehene Vogelarten. Bald kam uns auch schon ein netter ca. 50 jähriger Mann entgegen. Er war für Vikas Ansprechperson Nr. 1 im Dorf. Die Jalwals sind von der Hierarchie die einflussreichste Familie im Dorf. Der Mann wurde von den Jalwals unterstützt und so konnte er nun Familie ernähren und gutes Geld mit seiner Landwirtschaft verdienen. Auf den Dörfern herrscht ein raueres Klima und auch das Kastensystem hat noch deutlich mehr Einfluss wie in der Stadt. Auffällig ist auch das Verbeugen von jüngeren Familienmitgliedern gegenüber der älteren Generation. Es wird das Verbeugen mit Berühren der Füsse des Älteren angedeutet. Der Mann nahm uns mit in sein Heim und bot uns Stühle und Chai an. Seine Frau freute sich uns und vor allem Vikas zu sehen. So kennt sie Vikas doch schon seit er ein kleiner Bub war. Wir bekamen Tee und fühlten uns wie im Zoo. Nur auf der anderen Seite diesmal. Chai trinkend unterhielt ich die Menge mit meinen Hindikenntnissen und alle lachten und Kinder schauten einen schüchtern grinsend an. Wir verabschiedeten uns und gingen zum Tempel. Dort zeigten sie uns den See. Wären wir länger geblieben, hätte man uns garantiert einen Hasen gejagt und Fisch gefangen. Da wir auf Durchreise waren hoffen wir es noch später  mal für eine Nacht im Dorf hinzubekommen. Man zeigte uns Schlangenhäute und ein riesiges Ameisennest. Vikas fragte uns später ob wir geschockt gewesen seien über die Art und Weise wie man auf dem Dorf lebt, da es schon karge Verhältnisse sind. Man steht dort noch sprichwörtlich mit dem Hahnenschrei bzw. Pfauenschrei auf und bebaut die Äcker. Mir und Benji hat es jedenfalls super gefallen und seine Befürchtungen unbbegründet. Im Haus der Jalwals erhielten wir noch den Segen von Vikas Großmutter. Sie scheint uralt zu sein. Viele Falten und nur noch 2 Zähne. Topfit schritt sie durch die Gegend und war wohl auch so etwas wie die Dorfälteste denn der Respekt den sie von allen erhielt war bemerkenswert. Sie hatte keinerlei Scheu vor der Sprachbarriere und sprach munter mit uns Hindi. Wir verstanden leider nichts und grinsten sie ehrfürchtig an. Den Naturlassie konnten wir nicht ausschlagen. Lassies sind Joghurtdrinks, die man in süß oder salzig spicy bestellen kann. Dieser war ohne alles frisch aus der Kuh sozusagen. Vikas Oma war glücklich dass es uns schmeckte und wir wurden nochmals gesegnet. Vor der Tür war Gedränge weil die Kinder uns unbedingt sehen wollten. Plötzlich kämpfte sich ein ca. 60 Jahre alter Mann durch. Er konnte kaum laufen. Ich lief ihm entgegen und half ihm sich auf die Liege zu setzen. Er hatte Schwierigkeiten mit dem Ischias wie er mir mit Zeichensprache erklärte. Warum er hier war fragte ich mal lieber nicht. Später wurden wir auf ein Essen bei einer Cousine von Vikas Vater eingeladen. Vikas erklärte mir, dass er extra gesagt hatte, sie sollten das einfachste Essen machen was sie machen können. Unsere deutschen Mägen würden das Butterfettlastige Essen nicht vertragen. Das Daal war vorzüglich und auch die Chapatis schmeckten nach mehr. Wir aßen drei kleine Schüsseln. Nun hieß es Abschied nehmen und wir fanden uns bald auf einer mit Schlaglöchern übersäten Straße wieder. Durchgeschüttelt hielten wir noch zum Gastanken. Die meisten Autos hier fahren mit CNG.  Im Kofferraum ist ne große Gasflasche installiert. Anscheinend sehr günstig. Witzig ist beim Tanken, dass alle raus müssen. So hatten wir Zeit eine zu rauchen und im Tankstellenshop Jasmintee, Toi-papier und Zigaretten zu kaufen. Endlich zu Hause in Faridabad angekommen schliefen wir auch bald ein. Vikas musste morgens früh aufstehen um wieder zurück nach Rajasthan zur Arbeit zu gehen. Wir wurden um 10 Uhr wach und Vikas war noch da. Wir machten uns gleich auf und fuhren zu dritt via Motorikscha in Sector 50. Dort erwartete Shweta uns zum Frühstück bei Subway. Vorher waren wir noch beim Floristen eine Rose kaufen, da sie ungewöhnlicherweise 2 Tage nicht miteinander telefoniert hatten. Sie sind bereits 12 Jahre ein Paar. Da Vikas Mom aber was gegen Shweta hat wird es mit der Hochzeit noch eine Weile brauchen. Wir aßen eine Kleinigkeit und tranken in einem “Coffee Day” noch nen guten Kaffee. Guter Kaffee ist hier nämlich selten. In Südindien soll das besser werden. Witzig ist auch oft mein Händchen auf der Speise-oder Getränkekarte. Ich erwische oft genau das, was nicht da ist  So war es im Cafe der mexikanische Kaffee im Restaurant das Lamm oder im Subway das Grilled Chicken. Nach dem Abschied von Shweta, sie musste zur Arbeit, fuhren wir zurück und wurden bereits von Punnu und ihren Eltern Nidhi und Assu begrüßt. Wir sprachen über unsere weiteren Reisepläne und Assu konnte mir wieder gute Tipps geben. Wir wollen ja nach Chandighar. Nachdem Vikas jedoch nicht wie gedacht nach Rajasthan ging und Benji eine Erkältung erwischt hat, wissen wir heute noch nicht wie es die nächsten Tage weiter geht.

Benji, Vikas und ich gingen dann abends noch im Park mit Punnu spazieren und ich spielte mit ihr fangen. Zurück im Zimmer wurden wir schon von Paskar empfangen. Er ist der beste Freund von Vikas und arbeitet auch in Rajasthan im Dynamitgeschäft. Beide sind gemeinsam aufgewachsen und sind schon immer wie Brüder gemeinsam durchs Leben gegangen. Da Pakar aktuell auch ein Vorgesetzer von Vikas ist, konnte es arrangiert werden, dass Vikas noch einen freien Tag dranhängen konnte. Jedenfalls arbeiten beide daraufhin, Geld zu sparen um sich ein Stück Land zu kaufen um sich ein eigenes Geschäft aufzubauen. Paskar ist ein etwas rundlicher immer strahlender Sympathicus.  Beim Abendessen konnte ich auch ihn und den Kellner mit meiner Hindi-Bestellung erheitern. Wenn wir was suchen, hat sich inzwischen auch das Hindi eingebürgert. “Chabhi karha hä?“ - “Chabhi yarha hä!“ heisst es wenn der Schlüssel gesucht und gefunden wird. (“Schlüssel wo ist?“ - “Schlüssel hier ist!“) Auch Jitu kam noch und wir hatten nach dem leckeren Essen und der Heimfahrt einen gemütlichen Abend auf dem Zimmer.

 

Nach Cornflakes zum Frühstück habe ich nun endlich die letzten Tage aufarbeiten können während Benji sich gerade hoffentlich gesund schläft. Die Erkältung macht ihr schon etwas zu schaffen. Während ich jetzt ca. 2 Stunden mit getippsel beschäftigt war haben wir noch unser erstes indisches Gewitter erlebt. Geregnet hat es dabei natürlich auch und wir erleben den ersten echt diesigen Tag. Die Wäsche wird wohl nicht trocken sein bis morgen. So wird s wohl erst übermorgen bis Chandighar.

Bald geht es ja gen Süden. Schade nur das wir Chandighar aufschieben müssen. Von dort will ich unbedingt nach Attari-Wagah. Dort ist eine besondere Militärprozession wobei die Grenze zwischen Pakistan und Indien geschlossen wird. Und in Amritsar nicht weit von dort ist der geschichtsträchtige goldene Tempel der Sikh zu besichtigen. Dort haben sich 1984 Terroristen verschanzt und wurden daraufhin mit Waffengewalt auf Geheiß Indira Ghandis vertrieben. Das hatte Aufstände zur Folge wobei größtenteils Sikh von Hindus getötet wurden. Das wiederum hatte zur Folge, dass Ghandis Leibwächter ,welche traditionell aus  Sikh bestehen, sie ermordeten weil sie den heiligen Schrein von Amritsar goldenem Tempel geschändet hatte.

Vikas will erst auf 20. Dezember also über Weihnachten und Neujahr mit uns Richtung Goa. Einen Besuch in Rajasthan will er auch arrangieren. Dort soll es eine Stadt zu besichtigen geben die keinerlei Bevölkerung aufzuweisen hat. Und nachts wandeln die Geister, deswegen werden wir tagsüber die Geisterstadt besichtigen. Wie ihr seht, uns wird s nicht langweilig und wir haben noch ‘ne Menge vor.

Habe jetzt telefonisch bei Triple Nine lecker essen bestellt. Tandoori Murgh, Special Mix Meat Rice, Veggiesuppe und Garlic Nan. Alles für ca. 7 €. In 40 min wird es wohl kommen. Bis dahin vertreib’ ich mir die Zeit mit lesen und nach dem Essen werden wir wohl die 2 Texte mit Bildern beim guten Peter vom Internetshop hochladen. 

Wasserpfeife mit Fruchttabak Nachbars Jungs Vikas Cousine mit Freundin Vijay Neugierige Mädchen Rücksitz im Ford Fiesta Rooftop Privatparty die Braut Benji wunderschön im Sari So sieht man auf ner indischen Hochzeit aus Und ich darf auch nicht fehlen :) Manageronkel Jaja Die Feier von oben Feuerwerk als Höhepunkt  Cousinen von Vikas, als ich das einem Vater der beiden zeigte kam er aus dem Kopfwackeln nicht mehr heraus Einladungskarte Noch zerknautscht von der kurzen Nacht Dorfleben in Haryana Kuh beim Geschäft So sieht s dort aus Hier werden Vikas Eltern ihren Lebensabend verbringen Indiens Nationalvogel Wie im Zoo wurden wir beäugt Ameisennest Panoramaaufnahme mit unserer Gefolgschaft wer war das bloß?! Die Kinder vor der Tür...

Fluchtpunkt Taj Mahal

Dienstag, 11.12.2012

 

Am Nikolaustag war es endlich soweit und wir machten uns auf nach Agra um das Taj Mahal zu sehen. Bereits um 4 Uhr 30 morgens klingelte der Wecker. Eine Stunde später standen wir unten bei Auntie vor der Tür um gleich wieder im Gänsemarsch zurück auf s Zimmer zu gelangen.  Wir waren zu früh…. Um 6 Uhr solle es losgehen und wir sollten eine halbe Stunde vorher bereit sein. Wir warteten also noch ne Weile bis wir dann um halb sieben wieder runtergingen. Nach einem Chai zum Frühstück fuhren wir dann endlich los. Asssu, Nidhi und Tochter Punnu und natürlich Vikas Mom sowie wir 2 Deutschen im kleinen Suzuki Santo. Wir waren todmüde und bald schliefen fast alle noch ne Runde. Ich fand keinen Schlaf und Fahrer Assu durfte nicht. Er schlängelte sich hupend durch den Verkehr. Nach einer kleinen Rast mit Butterbrot und Kaffee wollte Punnu unbedingt vor zu Uncle Soren und durfte das natürlich auch. Nicht lange und die Kleine schlief in meinem Schoß ein.

Als wir Agra ereichten merkte man das als erstes an der Nase. Ein Gestank fast wie in Delhi. Staubige Straßen, Smog und jede Menge Menschen. Nach abermaligem Durchfragen konnten ich das Taj Mahal erblicken. Jedoch irrte ich mich gewaltig. Es war Akbar s Tomb das wir passierten und die 4 Minarette hatte sich der Erbauer des Taj Mahals Sha Jahan bei Akbar abgeguckt. Die Kuppel des Tajs ist der Jama Masjid in Delhi nachempfunden. Aber das sollten wir noch später dann sehen.  Am Parkplatz angekommen setzten wir uns in eine Elektrorikscha um ein Stück später abgeladen zu werden…. Ein Guide kümmerte sich um uns bzw. wollte unbedingt unserer Führerschaft erlangen. Sonderpreis 275 Rupien, was normalerweise der Tarif für Inder ist. “Foreigner” zahlen 475 Rupien. Bei den Eintrittspreisen ist der Unterschied noch eklatanter.  20 Rupien für Inder und 750 Rupien für “Foreigner”. Das war Assu und den beiden Frauen sichtlich unangenehm. Punnu war’s egal und wir wussten es schon vorher aus dem lonely planet…Jedenfalls wurden wir von Schleppern und Nippesverkäufern belagert. “Abhi Nahi, Chaya Nahi, No need”, war unsere ständige Antwort. Assu grinste zwischendrin Benji an und meinte: “Manchmal willst Du schon welche von denen schlagen, oder?”. Fast dran die Einschätzung. Echt nervig . Zudem noch übermüdet ist das echt anstrengend. Nächster Schock waren die getrennten Einlässe.. So kamen die Frauen inkl. Benji ebenso schnell und unkompliziert wie ich durch die Einlasskontrolle. Assu hatte Pech aufgrund der Tatsache, dass er ein männlicher Inder ist und es davon ‘ne ganze Horde immer und überall gibt. So musste er 20 min anstehen und wir drinnen auf ihn warten. Nach ersten Schnappschüssen näherten wir uns dem vielleicht 8. Weltwunder, dem Taj Mahal.

Imposant und wunderschön zeigte es sich uns, umgeben vom paradiesischen Garten konnten wir es genauso sehen wie man es von den tausenden Bildern kennt. Ehrfürchtig liefen wir im Garten umher und knipsten aus allen Lagen. Der Akku wurde schon leer und wir mussten damit haushalten. Direkt vor dem Taj Mahal hatten wir plötzlich Tränen in den Augen. Durch den Sonnenschein und dem strahlend weissen Marmor wird man so geblendet, dass es gar nicht anders geht. Shajahan sagte schon, dass as Taj Mahal so schön sei, das die Augen von Sonne und Mond tränen würden. Das Mausoleum war muffig und stickig. Shajahan und Mumtaz, für die er das Gebäude nach ihrem Tod erbauen liess, fanden hier also ihre letzte Ruhe. Die ausgestellten Sarkophage sind fake. Genau darunter sind die echten Gebeine der beiden. Aber natürlich darf da niemand hin. Also setzten wir uns hinaus an eines der Minarette auf die Stufen. Wenn man ein Foto des Taj Mahals anschaut ist es das Minarett rechts hinten…. J

Auf dem Rückweg hatten wir wieder alle Ramschverkäufer an der Backe. Wirklich todmüde wurde ich zu einem ganz unnachgiebigen Verkäufer deutlich: “Hat Jao “ und  “Bhaago”, sagte ich energisch und er verschwand auch wie befohlen um von den nächsten ersetzt zu werden. Meine Güte. Nidhi bekam es auch noch ab, weil sie ähnlich unnachgiebig etwas zum essen anbietet. Ein Nein gilt hier einfach nicht. In einem Veg-Restaurant aßen wir noch etwas und dann ging es wieder heimwärts nach Faridabad. Vikas rief unterwegs noch an und wir sprachen über unsere Goapläne. Er wird erst am 15. Dezember wieder von der Arbeit kommen und will ab 20. Dezember mit uns nach Goa reisen. Das ist recht spät, aber wir wollen schon gerne mit ihm dorthin. Anschliessend noch ein paar Tage Kerala und dann ist es bestimmt bald auch wieder Mitte Januar. Assu meinte, wir würden unsere Zeit verschwenden in Faridabad, was ich nicht ganz teilen kann. So können wir hier doch viel mehr vom typischen indischen Alltag erfahren als in den üblichen Touristenfallen. Dennoch gilt es bald für uns den Rucksack zu packen. Nathan, der Australier hatte uns Chandighar ans Herz gelegt. Eine für indische Verhältnisse total untypische Stadt, da sauber und vom Architekt Le Corbusier entwickelt. Und ein berühmter Trashkünstler hat dort einen Park mit seinen Skulpturen… Anscheinend soll es dort sogar Gehsteige und Radwege geben. Montag wollen wir dorthin um dann Samstag spätestens in Faridabad wieder aufzuschlagen….

 

Punnu mit Ball

Affenbeschau

Punnu und Uncle Soren

Punnu am Quatsch machen

Osttor

Da kommt s

Wandverzierung

Imposant

und wie auf den Bildern

auch Vikas Mom war beeindruckt

Eichhörnchen

Punnu auf dem Catwalk

Tourifoto

Da simma happy

auf auf, weiter geht's

Oma und Enkel

Frauen aus Rajasthan im traditionellen Gewand

Punnu ist so süß

Aussicht auf den Yamuna

hinteres rechtes Minarett

Gruppenfoto

Straßencafe “Rooftop”

Mittwoch, 05.12.2012

Die letzten Tage verbrachten wir mit ausspannen. Für Montag war von Nidhi und ihrem Mann der Besuch des Taj Mahals in Agra angekündigt worden…. Da wir heute mittlerweile Mittwoch haben und wir noch immer dieses imposante Bauwerk Shajahans nicht sehen konnten, kann man sich nur vorstellen, was bisher geschah. Freitag wird s auf keinen Fall, da dann das Taj nur für den Gottesdienst offen ist. Nun soll es morgen also losgehen. Vjs Mom ging es nicht gut, so war jedenfalls immer die Begründung für die abermalige Verschiebung des Termins. Auf Nachfrage bei Ihr, ging es ihr sehr gut…. ?!?!? Ich check’s grad nich, was die mit uns machen. Sagen wir so. Aus uns unbekannten Gründen konnten wir das Taj Mahal noch nicht sehen J

 

So war für uns jedenfalls relaxen auf den jeweiligen Tagesprogrammen. Benji hat ihr Sims2 mittlerweile durchgezockt und ich meinen indisch-englischen Roman beendet. Wir spielen Siep und kaufen hin und wieder Kleinigkeiten zum Essen…. Montag waren wir mit Jitu, Kesu und Rahul unterwegs. Zuerst spielten wir Billard und hatten ne Menge Spaß. Die Inder sind echt ansteckend mit ihren ständigen Blödeleien. Später sind wir noch in eine Restaurantbar eingerückt und haben es uns mit Kingfisher Bier und Afghani Chicken gut gehen lassen. Alles in allem sehr lustig und spaßig.  Später landeten wir noch auf ein letztes an einem Bierverkaufsladen wo manche Typen Benji doch etwas näher kamen als gewünscht…. Lüsternes Pack manchmal…. Gestern rückte ihr einer beim  vorbeigehen auf die Pelle, so dass er meinen Ellbogencheck nun als “Sö-sagt-Nö!”- Souvenir betrachten kann. Manche von solchen erkennt man schon von weitem….

 

So langsam macht sich bei mir Aufbruchsstimmung breit. Es ist zwar schön in Faridabad aber mit der Zeit fehlt die Action.  Wobei auch das Ruhige hier sehr schön ist. Vor allem das Rooftop hat es mir angetan.  Von der Sonne gewärmt und dem Wind gestreichelt so dazusitzen ist Urlaub pur. Statt der Wellen und dem Strand schaue ich auf Bundesstraße und die danebenliegende Müllkippe auf der Kühe und Schweine “grasen”….. Adler oder Bussarde kreisen in den Lüften und überall tschirpts und tutets…

 

Über der Straße geht ein kleiner Hang hoch auf dem Dungfladen getrocknet werden. Sie werden unter anderem dafür benutzt, kleine Lagerschuppen zu bauen. Das Gebet des Imams weht hinüber und lässt mich an meinen Fauxpas erinnern. So dachte ich zuerst, es sei eine Pferderennbahn in der Nähe….

In unserer  Straße spielen die Kinder oft Federball und allstündlich läuft ein Gemüseverkäufer vorbei und ruft etwas für uns unverständliches aus. Es hört sich an wie ein Acapella-Rap ist wohl aber eine Anpreisung a la Fischmarkt Hamburg. Vom Nachtwächter hab ich ja schon erzählt….

 

Kesu hat eben angerufen. Er arbeitet auch in einem Callcenter. Überhaupt sehr witzig, wie viele Callcenter Boys ich bereits kennengelernt habe. Kesu und Rahul wollen es auch einmal arrangieren, dass ich mal ein indisches Customer Care Center anschauen darf. Jedenfalls wenn ich ihn richtig verstanden habe, meldet er sich sobald er von Delhi in Faridabad angekommen ist.  Mal sehen was heute noch passiert… Jedenfalls wollen Benji und ich nun noch in den Inetshop um das Geschriebene hochzuladen.

 

Ich suche noch nach einem neuen Buch. Englischgeschriebenes gibt es an jeder Ecke und die Bücher sollen auch sehr günstig sein…. Wenn ich was deutsches Lesen möchte muss gerade Nils Holgersson herhalten. Lese es gerade auf meinem Handy, weil ich das 2. Buch von Vikas etwas kitschig finde. 

Nachtrag zu Benjis Geburtstag

Sonntag, 02.12.2012

Hier werde ich noch die Geschehnisse um Benjis Geburtstag erläutern. Aber erst später. Da ich gerade bei Rahul die Chance habe Bilder hochzuladen mache ich dies bereits jetzt....

 

Punnu und wir gestatten Vikas Jalwal auch VJ genannt Benjis Geburtstagstorte Party im Zimmer Party im Zimmer Darzi und ich Kopfpyramide links der Schwager von VJ, Darzi und unser Sourabh Partytime Siep - DAS Kartenspiel  Kesu am schlafen

Erste Cricketversuche

Sonntag, 02.12.2012

 Die suesse Punnu ganz stolz Cricketversuch Soren  Jitu mit Haltungsnote 6.0   So schaun wir aus :)

 

Gestern war ein sehr ruhiger Tag. Wir schliefen relativ lange. Ich wachte früher auf und setzte mich aufs Dach um die Sonne zu geniessen. Dabei las ich das von VJ mir vorgeschlagene Buch “2 States” von Chetan Bhagat. Es handelt von einem jungen Liebespaar, das, trotz der Gegenwehr beider Elternteile, eine Hochzeit anstrebt. Durch dieses Buch bekomme ich einen kleinen Einblick ins Innenleben Indiens und seiner Einwohner. Es herrschen wohl mehr Vorurteile und Unterschiede als man sich vorstellen kann. So ist Indien ja ein Vielvölkerstaat mit hunderten von verschiedenen Sprachen und zusätzlichen Dialekten. So ist es fast unvermeidlich auf englisch zurückzugreifen. Seltsamerweise sprechen gerade mal 10 % der Inder ausreichend die englische Sprache….

Wie groß die kulturellen Unterschiede sein mögen kann man sich nun vorstellen. Schon der Blick auf die Speisekarte zeigt, dass im Norden mehr Brot gegessen wird , im Süden mehr Reis. Im Norden mehr Fleisch, im Süden mehr Fisch. Vegetarisch ist sowieso überall vorherrschend. Von den teilweise schon rassistischen Vorurteilen will ich gar nicht anfangen.  Da haben wir deutschen es doch schon allein auf kommunikativer Ebene deut(sch)lich einfacher…. ;-) Achja, und unsere Ostfriesenwitze werden hier über die Sikh gemacht sozusagen.

Nach Benjis Erwachen, machten wir uns auf in ein Internetcafe um mal wieder ein paar Zeilen zu schreiben. Der Besitzer Peter machte uns sogleich Platz an seinem Chefplatz weil die anderen 5 Plätze schon von ca. 13 Jungspunden umlagert waren. Als wir dann fertig waren bat er uns ein Foto mit ihm machen zu dürfen. Um 15 Uhr trafen Jitu ehemals bekannt als “IchkannmirseinenNamennichtmerken” im Park. Wir waren bereits 30 min. dort und genossen die Sonne. Während ich das oben erwähnte Buch las spielte Benji PSP. Im Nu waren wir wieder von Kids umringt.  Brav alle in 2 Reihen aufgegliedert saßen sie um uns herum und erprobten ihre Englischkenntnisse an uns. Stolz sagte ein jeder seinen Namen und wir scherzten mit ihnen. Als dann Jitu hinzukam fragte er scherzend, ob wir gerade Deutschkurse geben würden oder ob die Kleinen uns in Hindi unterrichten würden. Er fuhr mit uns zur SRS Mall einem Kaufhaus wo wir Tabak kauften. Das mit dem handgerollten Tabak ist hier nicht so einfach. Hat man Tabak hat man keine Papers und andersrum. So rauchen wir meist indische “Gold Flakes”, VJs favorisierte Filterzigarettenmarke. Hat man diese nicht, dann weiche ich auch gerne mal auf Bhidis aus. Das sind aus einem Tabakblatt gerollte Zigaretten. Die sogenannte “Kippe des armen Mannes”.

Direkt neben der Mall war ein grosser Käfig mit einer Ballkanone aufgebaut. Für 50 Rupien konnte man ca. 20 Schläge machen. Jitu lud mich ein und machte den Anfang. Dann war meine Zeit gekommen und ich machte mich nicht schlecht. Jitu klopfte mir anerkennend auf die Schulter und meinte ich hätte mehr Punkte eingeheimst und gewonnen. Mir schmerzte derweil der Kopf, da ich mir beim hinauslaufen aus dem Käfig den Kopf an der Kanone angestoßen hatte. Am heutigen Tag bereits zum dritten Mal, da die Tür von VJ s Zimmer hinaus auf s Dach, kleiner ist als die anderen. Bereits vor Tagen animierte Vikas mich dazu eine “Scoring List” zu führen, welche ich auch penibel auf dem neuesten Stand halte. Es steht mittlerweile 12:0 für die Tür, die Ballkanone und andere Fauxpas nicht mitgerechnet. Wenn ich zurückkomme habe ich bestimmt nen Eierkopf….

Im naheliegenden Park entspannten wir und snackten eine Kleinigkeit von McD. In Deutschland meiden wir das goldene M, hier sind wir froh unbedenkliche Kost zu uns nehmen zu können. So saßen wir da und unterhielten uns mit Jitu und beobachteten Eichhörnchen beim Futtersammeln und eine Hündin mit ihren Welpen.

Jitu brachte uns zurück zu unserem Heim wo wir auch gleich von Nidhi und Punnu zum Tee eingeladen wurden. Die kleine Punnu ist uns schon richtig ans Herz gewachsen. Sie ist ein richtig kleiner Strolch und hat die Familie ganz schön im Griff. Erstaunlich war, dass sie teilweise auf Kommandos von mir oder Benji reagierte. Die zuvor ausgesprochenen Anweisungen ihrer Oma oder Mutter wurden jedoch überhört. Ändert sich bestimmt noch…. Ich musste Vjs Schwester Nidhi mehrmals beteuern, dass wir wohlauf seinen und auch nicht gelangweilt. Manchmal kann sie ganz schön anstrengend sein. Sie akzeptiert unsere Statements einfach nicht und macht sich wohl auch Vorwürfe wegen des für Essens welches uns nicht bekam. Heute wollte sie Butterchicken machen und ich durfte ihr dabei über die Schulter schauen wie es auf indisch zubereitet wird. Benji unterhielt sich derweil mit der Mutter. Sie erklärte Benji, dass heute wohl der Schneider endlich kommen würde. Und wenn nicht, dann würde sie ihn schlagen, grinste sie mit schelmischem Blick. So wenig wir manchmal auch verstehen, der Humor von VJ s Mutter ist wirklich besonders. Sie mag uns wirklich und sagt das auch immer wieder. Ich bin wie ihr Sohn für sie und Benji ist ihre neu gewonnene Tochter. Sie will auch schon anfangen Geld zu sparen um uns in 2 Jahren in Deutschland zu besuchen  Als der Schneider dann endlich eintraf waren wir auch schon richtig hungrig. Es roch superlecker und nur Punnu durfte bisher was essen. Nidhi Mann war auch schon da und nachdem der ,über Benjis lange Beine erstaunte Schneider Maß genommen hatte und verschwunden war, gab es endlich das vorzügliche Butter Chicken. Satt und müde verabschiedeten wir uns und gingen nach oben. Verwundert war ich über Nidhi s Blick. Wahrscheinlich hat sie uns wieder nicht geglaubt, dass das Essen uns geschmeckt hat. Oben rief ich dann noch meine Patentante Gabi an um ihr zum Geburtstag zu gratulieren. Ich bin sicher die Party war ‘ne Sause…. Benji telefonierte auch noch mit ihrer Mom und ihrer besten Freundin Johanna. Da hat es sich doch gelohnt, vor dem Essen noch mit VJ s Dad losgezogen zu sein um das Konto auf dem Handy aufzufüllen. 

Schlechtes Essen

Samstag, 01.12.2012

Hallo "Germans",

werde mich auch heute kurz fassen müssen, da wir in einem winzigen Internetshop mt ca. 15 Indern darin sitzen. Haben das Privileg den Rechner des Besitzer nutzen zu dürfen. Daher nur ein paar Zeilen. Vor 2 Tagen waren wir zum Essen bei VJs Schwester eingeladen und hatten dort eine gute Zeit. Später lernten wir noch einen Inder namens Sakr kennen. Er war sehr betrunken und uns gegenüber recht unangenehm. Dennoch schlugen wir seine Einladung nicht aus, ihn zu Hause zu besuchen. Er hatte sturmfrei, weil seine Eltern für ein paar Tage in Kalkutta Urlaub machen. Dort lernten wir dann auch den sehr netten und sehr gut englisch sprechenden Vineet kennen. Er war praktisch das Gegenteil von unserem Gastgeber und entschuldigte sich ebenso oft wie VJ für das Benehmen von Sakr. 

Bereits um 23 Uhr sollten wir zurück bei VJs Mom sein, um den Schneider für Benjis Sari zu empfangen. Er kam jedoch nicht und wir spielten stattdessen mit VJ und seinem Kumpel Aron das Kartenspiel Siep. Wir fühlten uns schlecht und aufgebläht. Soviel Whiskey hatten wir gar nicht getrunken. Strange. Mit Sodbrennen und Bauchgrummeln legten wir uns also ins Bett. Das unsere bisher schlimmste indische Nacht uns bevorstünde wussten wir noch nicht.... Benji musste geschlagene 7 Mal die nebenanliegende Toilette aufsuchen. Ich hatte "Glück" und musste das Oertchen nur 2x aufsuchen. Total geschwächt fielen wir ins Bett. Es Am nächsten Tag wurden wir von der Kotzerei verschont. Total geschwächt machte ich mich auf um Cola für uns zu kaufen. Ein zweiter "Turn outside" verschaffte uns dann Zigaretten. Abends bestellten wir Pizza und assen jeweils nur 2 Stückchen.... 

Heute ist der Geburtstag meiner Patentante Gabi. Ich hoffe Ihr feiert alle schoen in Landau und lasst die Sau raus ;)

Gruss von den Inderkindern

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